Woher kommt das beste Cashmere?

Diese Frage interessiert viele Internet-Besucher sehr, besonders dann wenn sie beabsichtigen, ein Kaschmir-Produkt, sei es ein Twinset oder ein Pullover, zu kaufen.

Antworten gibt es auch viele im Internet - die einen behaupten dies, die anderen das. Einiges stimmt, einiges überhaupt nicht.

Nun, es ist relative einfach, irgendetwas zu erzählen, deshalb wäre es von Interesse zu wissen, woher derjenige kommt, der eine Antwort auf besagte Frage wagt, und welche Erfahrungen er mitbringt.

Hier ist also meine Antwort: sie enthält Informationen zu meiner Person.

Ich bin Schotte, komme also aus dem Land, in dem Gestricktes und Gewebtes aus Kaschmirgarn eine über hundert Jahre währende Tradition hat. Sicherlich kann man sagen, daß die Hollywood-Stars, die Berühmtheiten, die Aristokraten Europas und der Welt ihre Kaschmir-Textilien aus Schottland bezogen. Von Lyle & Scott, von Ballantyne, von Pringle, von Peter Scott, von Barrie, um nur eine Auswahl zu nennen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Ich bin auch Textilfachmann mit über 30 Jahren Erfahrung in der europäischen Mode-Industrie, weiß also, was 12er Teilung ist and womit es bei Kette und Schuss auf sich hat; weiß auch, wo die besten Fasern herkommen und wie sie verarbeitet werden müssen, um das wunderschöne Endprodukt zu erreichen, das wir Cashmere nennen, den Stoff der Könige!

Natürlich wollen auch andere Kaschmir produzieren - das ist auch ihr gutes Recht. Selbstverständlich handelt es sich dabei (meist) nicht um Anfänger in der Textil-Industrie. Nur, an die geballte Expertise der schottischen Fachleute kommen sie bei weitem nicht heran.

Woher kommt das Rohmaterial? Nun, von der Kaschmirziege natürlich. Und die gibt's zwar nicht überall, aber in vielen Ländern der Erde, wie Afghanistan, Australien, Iran, Iraq, Kashmir, die Mongolei, Neuseeland, Schottland, Spanien, Türkei, Tibet, und die USA. Der Name kommt vom indischen Staat Kashmir, schon zur Zeit der Römer für feine Schals und Umhänge bekannt. Das Rohmaterial soll aber damals zusätzlich aus dem Hochland von Tibet importiert worden sein, da der heimische Ertrag nicht ausreichte,. Es wird überliefert, daß im Mittelalter schon 50 000 Menschen in Kashmir mit dieser Produktion beschäftigt waren.

Im Jahre 1870 beobachtete Joseph Dawson Kashmiri Frauen, wie sie mühsam das zarte Flaumhaar per Hand vom groben Grannenhaar der Ziegen trennten. Er entwickelte eine Methode, um diesen Vorgang maschinell durchzuführen. So begann die schottische Cashmere-Industrie.

Im Laufe der Zeit wurde das Kaschmirgarn immer populärer. Einst der High-Society und Snobiety vorbehalten, heute wegen der unübertroffenen Weichheit von all denjenigen begeht, die gutes Geschmack besitzen und das Exklusive schätzen. Wichtige Märkte für Kaschmirprodukte sind die USA und Europa, vor allem Italien, wo trotz der eigenen Mode-Industrie ein großer Markt für Cashmere-Strick besteht. Natürlich waren es vor allem die Briten (mit den früheren Kolonien in Australien, Neuseeland, Afrika uns Asien) die Cashmere-Produkte wie das berühmte Twinset verbreiteten. Das Twinset, mit einer schlichten Perlenkette uns Sonnenbrille getragen, der Inbegriff des britischen Country-Stils - perfekt für den Nachmittags-Tee gerüstet!

Kaschmirstrick ist nicht nur weich, sondern (erstklassige Faserqualität vorausgesetzt) erstaunlich strapazierfähig. Schottische Strickwaren aus Kaschmir werden nicht selten von den Töchtern und in Ausnahmefällen sogar von den Enkelkindern getragen. Zum Glück kommen die klassischen Formen und die Natur- und Pastellfarben nie aus der Mode.

Für die Herstellung der Luxus-Artikel wird ausschließlich das flaumweiche Unterhaar, das etwa ein Fünftel des Wollfells ausmacht, vorsichtig herausgekämmt und gesammelt. (mehr dazu in einer späteren Ergänzung zu diesem Artikel)

Hier findet man einen Online-Shop für Twinsets und Pullover aus reinem Kaschmir (100%).

 

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